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Massarutto – Alchemist der Auferstehung

Massarutto – Alchemist der Auferstehung

Gierig, misstrauisch, gekroent von ehrfuerchtiger Furcht, im Einklang mit mehr als 10 Texturen beschmiert; ein intensives Kommen und Gehen zerruetteter Fasern, Splitter, amorpher Gitterwerke, Elemente, die in ihrer archetypischen Tendenz, sich gegenseitig zu bekaempfen und zu vernichten, aus den Haenden des Bildhauers Antonio Massarutto als greifbare Fragmente einer traumhaften, ausser Kontrolle geratenen Naturdimension wieder auftauchen. Eine fast alchemistische, unvergleichliche Handfertigkeit auf der zeitgenoessischen Bildhauerszene; eine Arbeit von gequaelter Praezision, faehig, diesem Haufen aus plastischen Sehnen, pflanzlichen Voluten und knoechernen Volumen biomechanische Schwingungen einzufloessen, die wie ein Fluch von einer Leere Besitz ergreifen und sie in der unerwartetsten aller Entwicklungen neu bevoelkern.

Es sind Skulpturen betraechtlicher Groesse, ziseliert und bis ins kleinste Detail unaussprechlich, faehig, durch ihre materielle Polychromie Tiefe zu inspirieren: Massarutto schenkt uns einen apokalyptischen und verzauberten Wald. Massarutto respektiert die Natur und dupliziert sie, verdreifacht sie, stiehlt ihre schoepferische Absicht und beschwert sie mit dem ganzen menschlichen Wahn, mit Wesen, die aus irgendeiner unveroeffentlichten gotischen Erzaehlung zu stammen scheinen, ersonnen unter Barbituraten.

Schleiereulen, Wildschweine, Kraehen und andere Fabelwesen beobachten uns, draengen sich mit Nachdruck vor unseren zitternden Blick; denn waehrend die Reproduktion natuerlicher Formen als kuenstlerisches Feld bereits ausgiebig erforscht wurde, segeln wir mit Massarutto in einen naturistischen Futurismus, in dem nichts weiter uebrig bleiben wird als die Reste und Fluestern eines ausgestorbenen Universums – eines, das dank eines mit unerreichtem technischem Enthusiasmus durchgefuehrten Backups uns am Ende weniger schuldig und nachdruecklich mehr zu Schoepfern machen wird. In homine, Deus.

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