Anders als die heutige religioese Erzaehlung, in der auf eine suessliche Schoenheit eine ausgepraegte Mittelmaessigkeit und eine nun sinnentleerte Wiederholung von Formen folgt, entscheidet sich der Kuenstler Kobi, den Glauben und die Gestalt Christi mit einer rohen, materiellen Bildsprache zu erzaehlen, faehig, das ganze dramatische Gewicht der Kreuzigung und zugleich die Hoffnung der Auferstehung wiederzugeben. Seine Leinwaende, dicht an Farbe und Geste, suchen nicht die leichte Troestung, sondern die Wahrheit der menschlichen Erfahrung im Schmerz, im Fall und in der Moeglichkeit, sich wieder zu erheben.
Kobi malt einen Christus, der zugleich Apokalypse und Verheissung, Truemmer und Wiedergeburt ist, und schenkt der zeitgenoessischen religioesen Malerei eine visuelle Kraft, die man in konventionellen Darstellungen selten findet. Die menschliche Dimension neu zu beleben, ausgehend von Jesus, der hoechsten revolutionaeren Geste, im Glauben, dass die Menschheit noch eine Chance auf Wiedergeburt hat.